Quaestiones disputatae
Regensburger Ausgabe
Thomas von Aquin
2009, 13 Bde, Gb, (Meiner)
Bestell-Nr. 375272

Preis auf Anfrage

Vollständige Ausgabe der Quaestiones in deutscher Übersetzung
Hg. von Rolf Schönberger.

Thomas von Aquin ist der Denker des Mittelalters, der die am längsten anhaltende Orientierung geboten, die intensivsten historischen Interessen auf sich gezogen und - neben seiner Bedeutung als Kirchenlehrer - für die vielfältigsten denkerischen Konzeptionen Pate gestanden hat und dessen Werk daher noch heute auf praktisch allen Feldern philosophischer Problemstellungen Anregungen zu geben vermag. In den »Quaestiones disputatae«, seinem in philosophischer Hinsicht bedeutendsten und »gründlicheren« Werk (Kurt Flasch), geht es Thomas - anders als etwa in der »Summa theologiae« - nicht um den Vortrag der eigenen Lehrmeinung, sondern um die möglichst umfassende Disputation (Erörterung) von Sachfragen unter Einbeziehung des Für und Wider vor dem Hintergrund überlieferter Auffassungen nach der Maßgabe der intellektuellen Vernunft. Abgehandelt werden die großen Grundthemen der Metaphysik und Erkenntnislehre, die den Menschen bewegen: Was ist Wahrheit, was Vermögen und (göttliche) Macht, was Tugend, und was ist die Seele?
 
Band 1 Über die Wahrheit I
De veritate I
(In Vorbereitung)

Innerhalb der mittelalterlichen Philosophie ist Thomas von Aquin einer der bekanntesten Vertreter einer Korrespondenz- oder Adäquationstheorie der Wahrheit. In den Quaestiones disputatae de veritate findet sich die klassische Formulierung der ontologischen Korrespondenztheorie der Wahrheit als "adaequatio rei et intellectus (Übereinstimmung der Sache mit dem Verstand)". "Respondeo dicendum quod veritas consistit in adaequatione intellectus et rei [...]. Quando igitur res sunt mensura et regula intellectus, veritas consistit in hoc, quod intellectus adaequatur rei, ut in nobis accidit, ex eo enim quod res est vel non est, opinio nostra et oratio vera vel falsa est. Sed quando intellectus est regula vel mensura rerum, veritas consistit in hoc, quod res adaequantur intellectui, sicut dicitur artifex facere verum opus, quando concordat arti.

Ich antworte, es sei zu sagen, dass Wahrheit in der Übereinstimmung von Verstand und Sache besteht [...]. Wenn daher die Sachen Maß und Richtschnur des Verstandes sind, besteht Wahrheit darin, dass sich der Verstand der Sache angleicht, wie das bei uns der Fall ist; aufgrund dessen nämlich, dass die Sache ist oder nicht ist, ist unsere Meinung und unsere Rede davon wahr oder falsch. Wenn aber der Verstand Richtschnur und Maß der Dinge ist, besteht Wahrheit in der Übereinstimmung der Dinge mit dem Verstand; so sagt man, der Künstler verfertige ein wahres Kunstwerk, wenn es seiner Kunstvorstellung entspricht. In dem so verstandenen Begriff liegt ein dreifaches Verständnis von Wahrheit dar: von der Seite der Übereinstimmung aus (ontologische Wahrheit); von der Seite des erkennenden Subjekts aus, dessen Wissen mit dem Seienden übereinstimmt (logische Wahrheit) - ausgedrückt in der Formel "adaequatio intellectus ad rem"; von der Seite des erkannten Objekts aus, dessen Sein mit dem Wissen des erkennenden Subjekts übereinstimmt (ontische Wahrheit) - ausgedrückt in der Formel "adaequatio rei ad intellectum"

Band 2 Über die Wahrheit II
De veritate II
(In Vorbereitung)

I
Band 3 Über die Wahrheit III
De veritate III
(In Vorbereitung)



Band 4 Über die Wahrheit IV
De veritate IV
(In Vorbereitung)



Band 5 Über die Wahrheit V
De veritate V, q. 21-24
2013 407 S 98,00 EUR

Die vorliegenden "Quaestionen "erörtern Fragen der Willensfreiheit in einem Rahmen, der in der zeitgenössischen Philosophie weitgehend verloren ist: in einer Metaphysik des Seins, welches auf sein Gut-Sein hin befragt wird. Sein und Sollen, "fact and value", klaffen so nicht auseinander, sondern werden, im Gegensatz zu späteren Sichtweisen, als in der Tiefe verbunden erkannt.

Band 6 Über die Wahrheit VI
De veritate, q. 25-29
2015 383 S 74,99 EUR

In diesem Band werden die abschließenden Erörterungen der "Untersuchungen über die Wahrheit" vorgelegt, die Thomas von Aquin zwischen 1256 und 1259 in Paris verfasst hat. Obwohl der Gesamtzusammenhang keiner strengen Systematik folgt, lässt sich klar eine Zweiteilung erkennen. Nachdem im ersten Themenblock Fragen im Zusammenhang der Erkenntnis nachgegangen wird, geht es im zweiten Themenblock, einsetzend mit der Frage 21 "Über das Gute" (Bd. V, erschienen 2012) um Problemstellungen im Umfeld der menschlichen Bestimmung. In den beiden ersten Quaestionen zur Sinnlichkeit und zu den Affekten (25. und 26. Frage) wird Thomas als ein sensibler Phänomenologe sichtbar, der mit einer großen Fülle an Beobachtungen aufwarten kann. Die sinnliche Dimension des Menschseins bekommt auch anderwärts in dieser Epoche eine Eigenbedeutung, doch bildet die Theorie des Thomas von der Einheit des Menschen die entscheidende Voraussetzung dafür, diesen Fragestellungen eine besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden.

Band 7 Über Gottes Vermögen I
De potentia Dei I, q. 1-3
2009 349 S 78,00 EUR

Nach Thomas von Aquin ist die lex aeterna der Plan der göttlichen Weisheit, auf deren Grundlage alle Handlungen und Bewegungen sich vollziehen. Sie hat den Charakter eines Gesetzes, das die gesamte Schöpfung durch die in ihr sich darstellende göttliche Vernunft lenkt. Außerhalb der Zeit stehend ist sie Inbegriff der Vorsehung Gottes, die von Ewigkeit her existiert und die Ordnung der Dinge festlegt. Hinsichtlich der Macht Gottes stellt sich nunmehr die Frage, ob diese Ordnung der Dinge an die der göttlichen Weisheit entstammenden Schöpfungsordnung fest und unabänderlich gebunden ist. In der Beantwortung dieser Frage wendet Thomas sich sowohl gegen die Meinungen Avicennas und Averroes, nach der Gott gleichsam notwendig handele, als auch gegen die Meinungen christlicher Zeitgenossen, die besagen, daß das göttliche Handeln auf die ewige Ordnung festgelegt sei, weil sie seiner Weisheit entstamme. Vielmehr ist nach Thomas die potentia dei als Einheit der Freiheit Gottes mit der lex aeterna nur dann angemessen zu verstehen, wenn die potentia dei in sich differenziert gesehen wird als potentia ordinata einerseits und als
potentia absoluta andererseits. Wie das Zusammenspiel dieser zwei Elemente der göttlichen Macht zu denken ist, wie also die Freiheit Gottes mit der lex aeterna als Einheit widerspruchsfrei gedacht werden kann, davon handelt dieses Buch.

Band 8 Über Gottes Vermögen II
De potentia Dei II, q. 4-6
2009 327 S 78,00 EUR

Nach Thomas von Aquin ist die lex aeterna der Plan der göttlichen Weisheit, auf deren Grundlage alle Handlungen und Bewegungen sich vollziehen. Sie hat den Charakter eines Gesetzes, das die gesamte Schöpfung durch die in ihr sich darstellende göttliche Vernunft lenkt. Außerhalb der Zeit stehend ist sie Inbegriff der Vorsehung Gottes, die von Ewigkeit her existiert und die Ordnung der Dinge festlegt. Hinsichtlich der Macht Gottes stellt sich nunmehr die Frage, ob diese Ordnung der Dinge an die der göttlichen Weisheit entstammenden Schöpfungsordnung fest und unabänderlich gebunden ist. In der Beantwortung dieser Frage wendet Thomas sich sowohl gegen die Meinungen Avicennas und Averroes, nach der Gott gleichsam notwendig handele, als auch gegen die Meinungen christlicher Zeitgenossen, die besagen, daß das göttliche Handeln auf die ewige Ordnung festgelegt sei, weil sie seiner Weisheit entstamme. Vielmehr ist nach Thomas die potentia dei als Einheit der Freiheit Gottes mit der lex aeterna nur dann angemessen zu verstehen, wenn die potentia dei in sich differenziert gesehen wird als potentia ordinata einerseits und als
potentia absoluta andererseits. Wie das Zusammenspiel dieser zwei Elemente der göttlichen Macht zu denken ist, wie also die Freiheit Gottes mit der lex aeterna als Einheit widerspruchsfrei gedacht werden kann, davon handelt dieses Buch.

Band 9 Über Gottes Vermögen III
De potentia Dei III
2019 434 S 128,00 EUR

Nach Thomas von Aquin ist die lex aeterna der Plan der göttlichen Weisheit, auf deren Grundlage alle Handlungen und Bewegungen sich vollziehen. Sie hat den Charakter eines Gesetzes, das die gesamte Schöpfung durch die in ihr sich darstellende göttliche Vernunft lenkt. Außerhalb der Zeit stehend ist sie Inbegriff der Vorsehung Gottes, die von Ewigkeit her existiert und die Ordnung der Dinge festlegt. Hinsichtlich der Macht Gottes stellt sich nunmehr die Frage, ob diese Ordnung der Dinge an die der göttlichen Weisheit entstammenden Schöpfungsordnung fest und unabänderlich gebunden ist. In der Beantwortung dieser Frage wendet Thomas sich sowohl gegen die Meinungen Avicennas und Averroes, nach der Gott gleichsam notwendig handele, als auch gegen die Meinungen christlicher Zeitgenossen, die besagen, daß das göttliche Handeln auf die ewige Ordnung festgelegt sei, weil sie seiner Weisheit entstamme. Vielmehr ist nach Thomas die potentia dei als Einheit der Freiheit Gottes mit der lex aeterna nur dann angemessen zu verstehen, wenn die potentia dei in sich differenziert gesehen wird als potentia ordinata einerseits und als
potentia absoluta andererseits. Wie das Zusammenspiel dieser zwei Elemente der göttlichen Macht zu denken ist, wie also die Freiheit Gottes mit der lex aeterna als Einheit widerspruchsfrei gedacht werden kann, davon handelt dieses Buch.

Band 10 Über die Tugenden
De virtutibus
2012 405 S 94,99 EUR

Thomas von Aquin denkt eine den modernen Menschen provozierende Kohärenz von Metaphysik und Ethik, wie uns seine »theologische Summe« vor Augen führt. Die fünf Quaestionen dieses Bandes bilden die Eckpfeiler seiner Tugendlehre mit Akzentuierungen, wie sie nur hier dargelegt werden. Die zentrale Stellung der göttlichen Tugend der Liebe entfaltet Thomas als Frucht einer allgemeinen Begründung der Tugend und legt von dieser Warte aus die Hoffnung und die moralischen Tugenden dar.

Band 11 Vom Übel I
De malo I, q. 1-7
2009 505 S 118,00 EUR

In den 16 Quaestionen zur Erörterung der Frage nach dem Ursprung und dem Wesen des Schlechten und Bösen in der Welt und im Handeln der Menschen, also des Übels, versucht Thomas zu zeigen, daß das Übel (ipsum malum) nicht als die andere Seite oder der Antipode des Guten aufzufassen ist, sondern als eine akzidentiell bewirkte Verfehlung des Guten, nach dem alles strebt: Das Übel wirkt nicht aus eigener Kraft, der wir ausgeliefert sind und der wir begegnen müssen, sondern es ist die Folge falschen Handelns - ein vermeidbarer Defekt.

Von den 7 Quaestionen, die in diesem ersten Teilband der Neuübersetzung von De malo enthalten sind, ist die 6. Quaestio von herausragender Bedeutung, in der Thomas ausdrücklich die Freiheit des Willens als aktive Potenz des Menschen herausstellt: Der Wille trifft seine Wahl nicht aus Notwendigkeit, sondern in Freiheit.

Band 12 Vom Übel II
De malo II, q. 8-16
2010 405 S 74,99 EUR

Im Anschluß an die Quaestionen 6 und 7 des ersten Teilbandes von De malo, in denen es um die Willensfreiheit und die sogenannten "läßlichen " Sünden ging, setzt im zweiten Teilband mit Quaestio 8 eine Reihe von 8 Quaestionen ein, die dem Umfang nach das Gros der Schrift darstellen und die sieben Hauptlaster bzw. Todsünden zum Gegenstand haben, deren Liste Thomas aus den Moralschriften Gregors des Großen übernahm. Hauptlaster, vitia capitalia, sind für Thomas selbstverschuldete, das heißt mit Zustimmung des Verstandes willentlich eingeübte falsche Grundhaltungen, von denen her andere Laster oder schlimme moralische Verfehlungen ihren Anfang nehmen.

Band 13 Über die Seele
De anima
(In Vorbereitung)

De anima - Über die Seele, ist eine Schrift des Aristoteles. Sie behandelt die Seele als diejenige Entität, die bewirkt, dass einem natürlichen Körper das Prädikat "lebendig" zugesprochen werden kann.Es handelt sich um die erste bekannte Abhandlung der Antike, die speziell die Seele zum Thema hat. Angesprochen werden unter anderem Fragen der Erkenntnistheorie, der Philosophie des Geistes, der philosophischen Psychologie und der Handlungstheorie.

In der lateinischsprachigen Gelehrtenwelt des Mittelalters wurde De anima erst durch die lateinische Übersetzung bekannt, die Jakob von Venedig um die Mitte des 12. Jahrhunderts anfertigte. Der ausführliche Kommentar mit dem darin integrierten Text von De anima in arabischer Sprache, den Averroes im 12. Jahrhundert verfasst hatte, stand den Gelehrten bereits seit den 1230er Jahren in einer lateinischen Übersetzung von Michael Scotus zur Verfügung. In der nun einsetzenden Hochscholastik war De anima ein maßgebliches Lehrbuch an den Universitäten. Einen der einflussreichsten Kommentare datz verfasst 1267/1268 Thomas von Aquin auf der Grundlage einer 1266/67 von Wilhelm von Moerbeke fertiggestellten Übersetzung. Thomas betont, dass der intellectus agens keine separate Substanz sei, sondern ein Vermögen der menschlichen Seele, das mit dem intellectus possibilis ein und dieselbe Substanz bilde. Die thomistische Version der aristotelischen Seelenlehre setzte sich in der katholischen Kirche dauerhaft durch.
 

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