Die Arbeit des Negativen
Negativität als philosophisch-psychoanalytisches Problem
Angehrn / Küchenhoff (Hg)
2013, 300 S, Gb, (Velbrück)
Bestell-Nr. 347099

29,95 EUR

Negativität ist zu einer Signatur des modernen, nachmetaphysischen Denkens geworden. Negativistische Philosophie versagt sich den direkten Zugang zum Ganzen und Affirmativen, um in der Negation des Defizienten und Nichtseinsollenden Wahrheit zu erfassen. Konzepte einer negativen Metaphysik, einer negativen Theologie, einer negativen Dialektik, einer negativen Ethik oder negativen Anthropologie bringen in unterschiedlichen Perspektiven die zentrale Stellung der Negativität in der menschlichen Lebenswelt und im Denken zum Tragen. In vielfältigen Ortsbestimmungen neuerer Philosophie fungiert die Idee des Negativen als methodisches Leitkonzept. Die unterschiedlichen Perspektiven und Fragerichtungen, unter denen das Negative zum Thema wird, stehen nicht berührungslos nebeneinander. Um die Konstellationen des Negativen zu verdeutlichen, gilt es, sie in ihrer Differenz wie in ihrer Verschränkung zu erfassen. Der vorliegende Band geht dieser Aufgabe nach, indem er den Umgang mit Negativität gleichzeitig in einem spezifischen theoretischen Horizont – im Gespräch zwischen Philosophie und Psychoanalyse – zur Sprache bringt, die beide in herausgehobener Weise mit Negativität befasst sind. Dieses Gespräch, das für beide Seiten eine fruchtbare Herausforderung darstellt, gewinnt eine besondere Prägnanz mit Bezug auf die verhandelte Themenstellung. Dies insofern, als das Problem der Negativität in der Psychoanalyse in verschärftem Profil in den Blick kommt, sowohl in methodisch-hermeneutischer Sicht – als paradigmatischer Umgang mit verborgenem, verzerrtem Sinn – wie in inhaltlicher Sicht als theoretische und therapeutische Auseinandersetzung mit Formen des Verfehlens und des Leidens. Der Vergleich unterschiedlicher Zugänge und theoretischer wie praktischer Konzepte soll verdeutlichen, in welcher Weise die psychoanalytische Explikation und die philosophisch-begriffliche Arbeit am Negativen sich gegenseitig in Frage stellen, sich produktiv herausfordern oder sich ergänzen können.
 
Emil Angehrn / Joachim Küchenhoff Einleitung I. Konzepte und Konstellationen der Negativität Emil Angehrn Dispositive des Negativen. Grundzüge negativistischen Denkens Ingolf U. Dalferth Ist radikale Negativität möglich? Thomas Rentsch Negativität und dialektische Sinnkonstitution Christian Grüny Schmerz, Übertreibung, Konstellation. Adorno an den Grenzen des Negativen II. Erfahrungen des Negativen Alice Holzhey-Kunz Leiden an der ontologischen Negativitä Burkhard Liebsch Einsetzen und Aussetzen des Negativen. Bestandsaufnahme und Perspektiven phänomenologischer Revision negativistischen Denkens Gerhard Schneider Die Konzeption personaler Identität in einer negativitätstheoretischen Perspektive III. Der Umgang mit dem Negativen Dorothee C. von Tippelskirch-Eissing Glaube als negative Fähigkeit Rolf-Peter Warsitz ›Symbolische Nichtung‹ und ›negative capability‹. Die Arbeit des Negativen im psychoanalytischen Prozess Joachim Küchenhoff Zu den Voraussetzungen und Grenzen produktiver Negativität – eine psychoanalytische Perspektive Timo Storck Anderes Verstehen. Negativität und freie Assoziation in einer psychoanalytischen Hermeneutik IV. Die Ethik des Negativen Tilo Wesche Menschenwürde als die Basis für die Achtung der Menschenrechte Patrick Engel Negativistische Ethik bei Sartre
 

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