Philosophie und Kunst. Jean Baudrillard
Eine Hommage zu seinem 75. Geburtstag
Gente / Könches / Weibel (Hg)
2005, 347 S, Kt, (Merve)
Bestell-Nr. 139496

20,00 EUR

"Pataphysiker mit zwanzig Jahren - Situationist mit dreißig - Utopist mit vierzig - transversal mit fünfzig - viral und metaleptisch mit sechzig - patagonistisch mit siebzig - das ist meine Geschichte." -- Unbestreitbar ist Jean Baudrillard einer der originellsten Denker unserer Zeit, aber sein Denken öffnet Abgründe, stürzt in Verzweiflung, evoziert das Böse, ohne es zu mystifizieren.Nicht frei von Widersprüchen, die Widersprüche provozieren, ist Jean Baudrillard ein Visionär, dessen ungebundenes, antiautoritäres, unerschrockenes Denken die einfache Logik hintersich lässt, um mit Hilfe eines unerschöpflichen Vorstellungsvermögens die Dinge zu erkunden. -- Jean Baudrillard ist keiner Richtung oder Schule zuzuordnen, er ist weder Strukturalist, noch Prä- oder Poststrukturalist, weder Fürsprecher der Moderne, noch der Postmoderne.Er ist ein Einzelgänger, ein Solitär. Er vereinigt gleichzeitig in sich den Denker, den Lyriker, den Poeten und Photographen. Jean Baudrillard und die Künste erzählt aber auch von einer spannungsvollen Beziehung voller Missverständnisse. -- Solange Baudrillard mit seiner Methode die Welt kritisierte, hatdie Kunstwelt ihn hymnisch verehrt, als er aber angefangen hat, die gleiche Methode auf die Kunst anzuwenden, da hat ihm die Kunstwelt plötzlich nicht mehr applaudiert.
 
Jean Baudrillard: Von Andy Warhol ausgehen, Mai 1990 -- Von all dem, was ich über die Kunst gesagt habe, fand ich nur spannend, was sich auf Warhol, Pop Art und den Hyperrealismus bezog. Ich glaube, dass Andy Warhol zu einer Zeit, in der die Kunst von einer sehr wichtigen Übergangsbewegung erfasst wurde, der einzige Künstler war, der es verstanden hat, sich vorwärts zu bewegen, und zwar vor den Veränderungen. Das ist vielleicht auch eine Frage des Glücks und des Schicksals ... All das, was sein Werk charakterisiert, das Aufkommen der Banalität, die Mechanizität der Arbeitsweise und seiner Bilder, und vor allem seine Ikonolatrie ... all das wird bei ihm zu einem Ereignis der Platitüde. Und genau das ist er! Andere haben das später simuliert, aber er war der große Simulator, der dazu noch Klasse hatte! In Venedig (Sommer 1990) hat die Ausstellung seiner Werke alles andere auf der Biennale überboten und deklassiert. Andy Warhol war ein Höhepunkt des 20. Jahrhunderts, weil er der einzige war, der wirklich dramatisieren konnte. Er bringt die Simulation dahin, ein weiteres Drama zu sein, eine weitere Dramaturgie: etwas Dramatisches zwischen zwei Phasen, der Übergang in das Bild und die absolute Äquivalenz aller Bilder. Sein Prinzip bestand darin, zu sagen: "Ich bin eine Maschine, ich bin nichts." Seitdem wiederholen alle dasselbe, wenn auch voller Selbstgefälligkeit. Er dachte das radikal: "Ich bin nichts und ich funktioniere."
 

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